Berlin-Wedding & Tegel

Artwalk durch Berlin-Wedding und Tegel

Gegensätze

Um ein Buch zu schreiben, eine Tat zu vollbringen, ein Bild zu malen, darin Leben ist, muss man selbst ein lebendiger Mensch sein.

Vincent van Gogh (1853 – 1890)

GegensätzeDie kurze Pause und das Innehalten in der Dorfkirche Alt-Tegel hat uns neue Kraft gegeben.

Auch wenn wir gern noch auf einer Dampferfahrt entspannt hätten, entscheiden wir uns dieses Mal dagegen.

Unsere Zähler am Gürtel zeigen fast 30.000 Schritte.

Mehr noch als die wohlige körperliche Erschöpfung haben wir das Gefühl, dass unsere Köpfe randvoll sind mit den vielen neuen Eindrücken und Impressionen von unserem heutigen Art Walk.

Doch die Entscheidung, diese Tour möglichst bald zu wiederholen, haben wir ohnehin längst getroffen.

So verabschieden wir uns von der Straße Alt-Tegel und machen uns auf zu dem gleichnamigen U-Bahnhof am Ende der idyllische Sackgasse und der trubeligen Berliner Straße.

Wir gehen vorbei an diversen Restaurants, die alle verlockend aussehen. An einem der vielen Eiscafés kommen wir nicht vorbei.

Meine Frau und ich bestellen je zwei Kugeln in der Waffel und schlendern gemütlich weiter. Insgesamt sechs Stunden sind wir jetzt unterwegs.

Etwa 1.500 bis 1.800 Kilokalorien sollten wir heute somit zusätzlich verbrannt haben. Da spielen die Eiskalorien keine Rolle.

Aber, ohnehin gehört Genießen einfach dazu. Das ist beim Essen genauso wie beim Wandern.

Dorfkirche Alt-Tegel

Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.

Vincent van Gogh (1853 – 1890)

Dorfkirche Alt-TegelDas um 1240 gegründete platzartige Sackgassendorf Tegel wird urkundlich erstmals 1322 erwähnt, und zwar als Kirchdorf.

Die aktuell existierende evangelische Dorfkirche Alt-Tegel wurde zwar erst 1911/1912 errichtet.

Davor standen an diesem Platz allerdings bereits Vorgängerbauten, deren Geschichte bis in das Mittelalter rückverfolgt werden kann.

Was mich bei Kirchen neben dem Bauwerk vor allem interessiert, ist die Arbeit aller Beteiligten in erster Reihe und hinter den Kulissen.

Und hier präsentiert sich die Evangelische Kirche Alt-Tegel als sehr aktiv und breit aufgestellt. Es lohnt ein Besuch der interessant gestalteten Website.

Genauso wie ein Besuch der Offenen Kirche Alt-Tegel immer sonntags von 14 bis 16 Uhr.

Auch wir nutzen gern nach unserer Wanderung von Wedding nach Tegel die Möglichkeit, hier zur Ruhe zu kommen und die Erlebnisse zu reflektieren.

Es tut gut, einfach dazusitzen, den Blick flanieren sowie schöne Erinnerungen und Gefühle kommen und gehen zu lassen.

In diesen Momenten der Stille empfinden wir Dankbarkeit für all das Schöne, was wir heute gesehen und erlebt haben.

Und für unsere Gesundheit, die uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt.

Otto-Dibelius-Platz

Und gerade dadurch, dass man sich irrt, findet man manchmal den Weg.

Vincent van Gogh (1853 – 1890)

Otto-Dibelius-PlatzWir verlassen die Greenwichpromenade und flanieren weiter nach Alt-Tegel.

Fast scheint es, als betrete man eine andere Welt. Restaurants aller Nationalitäten und Geschäfte wechseln sich ab mit Kopfsteinpflasterstraßen und Orten der Ruhe und Besinnung.

 

Es herrscht kaum Verkehr. Nur selten verirrt sich mal ein Auto hierher. Und wenn, dann rumpelt es auf dem Fahrbahnbelag genauso wie vor 100 Jahren Pferdefuhrwerke und Ochsenkarren.

Irgendwie scheint die Zeit hier stillgestanden zu haben. Daran ändern auch China-Restaurants, Eiscafés mit greller Neon-Werbung und Handy-Shops nur wenig.

Immer wieder entdeckt man in dieser Kulisse kleine Requisiten, die nicht so recht ins Bild eines Ortsteil-Zentrums einer Metropole hineinpassen wollen.

Hier eine antike Straßenlaterne, die geschickt verbirgt, dass sie heute elektrisch betrieben wird.

Dort ein alter Postkasten und ein grüner Platz, ein Hort der Ruhe, unmittelbar vor einer Kirche. Beides macht uns neugierig.

Wir erfahren, dass der Platz vor der Dorfkirche Alt-Tegel nach Otto Dibelius (1880 – 1967) benannt wurde.

Dibelius war Theologe, Ehrenbürger Berlins und Leiter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg.

Flaniermeile

Zwei Personen stecken in einem Maler – der Poet und der Handwerker.

Emile Zola (1840 – 1902)

FlaniermeileWenn wir Gefallen an der Flaniermeile Greenwichpromenade finden, fragen wir uns vielleicht, wo der Begriff Flanieren seinen Ursprung hat.

Laut Wikipedia ist der Flaneur (aus dem Französischen flaner „umherstreifen, -schlendern“) ein Mensch, der im Spazierengehen schaut, genießt und planlos umherschweift – er flaniert.

 

Der Flaneur bezeichnet eine literarische Figur, die durch Straßen und Passagen der Großstädte mit ihrer anonymen Menschenmasse streift.

Der Flaneur lässt sich durch die Menge treiben, schwimmt mit dem Strom, hält nicht inne. Er ist intellektuell und gewinnt seine Reflexionen aus kleinen Beobachtungen.

Er lässt sich sehen, aber sieht auch, wenngleich mit leichter Gleichgültigkeit. Der Flaneur in all seiner Dandyhaftigkeit stellt ein wichtiges Thema der Kunst dar, auch der Lebenskunst.

Mit Edgar Allan Poes Erzählung Der Mann in der Menge fand der Flaneur seinen Eingang in die Literatur.

Sein früheres Ebenbild war der Wanderer, der die Natur durchstreifte und an dem, was er dort beobachtete, seine Gedanken und Gefühle artikulierte.

Uns gefällt eine Mischung aus Flanieren und Wandern.

Enten und Ausflugsdampfer

Die Malerei ist stumme Poesie, die Poesie blinde Malerei.

Leonardo da Vinci (1452 – 1519)

Enten und AusflugsdampferAls grüner Bezirk mit ausgedehnten Wasserflächen bietet Reinickendorf optimale Voraussetzungen für Wassersport-, Bade- und Wandermöglichkeiten.

Die Greenwichpromenade ist mit den Anlegestellen der Personenschifffahrt eines der beliebtesten, traditionsreichen Berliner Ausflugsziele.

 

Der vorherige Name der Greenwich-Promenade vor mehr als 100 Jahren war ihrer Lage nach Uferstraße.

Auf der ausgedehnten Uferpromenade befinden sich Ausflugsgaststätten, gepflegte Parkanlagen, Minigolf, Bootsverleih, Dampferanlegestelle und ein Kreuzfahrtterminal.

Die Anlagestelle gehört zu den größten Berliner Anlegestellen für Ausflugsschiffe. Dennoch herrscht hier keine Hektik oder pulsierendes Leben einer Großstadt.

Im Gegenteil. Die Greenwichpromenade wurde vor einigen Jahren komplett neu gestaltet und präsentiert sich Besuchern heute als sehr angenehme Spaziermeile.

Doch selbst wer nicht spazieren, sondern einfach nur Enten füttern oder vor dem Winter noch die letzten Strahlen der Herbstsonne genießen möchte, findet ein ruhiges Plätzchen.

Trotz der großen Bedeutung für den Ausflugsverkehr ist die Greenwich-Promenade ein prima Ort zum Entschleunigen.

Prächtige Kulisse

Ich könnte hundert Jahre malen, tausend Jahre,
ohne einzuhalten, es würde mir vorkommen, als wüsste ich nichts.

Paul Cézanne (1839 – 1906)

Prächtige KulisseIn der Ferne sehen wir immer wieder prächtige Gebäude, über die wir gern mehr erfahren würden.

Wer hat hier einst gelebt, wer wohnt dort oder was beherbergt das Gebäude heute?

 

Wir wissen es nicht. Noch nicht, denn schon längst haben wir beschlossen, diesen Art Walk bald zu wiederholen und ggf. zu ergänzen.

Nur eines wissen wir mit absoluter Sicherheit: Keine Wanderung ist jemals gleich. Selbst auf Strecken, auf denen wir schon häufig zu Fuß unterwegs waren, wird uns niemals langweilig.

Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken. Mal erkennen wir etwas, was wir nie zuvor gesehen haben.

Mal ist die Veränderung in uns selbst. Vielleicht eine Einstellung oder ein Gefühl, das sich verändert hat oder neu hinzugekommen ist.

Genau das ist es, was jede Wanderung so interessant, so unverwechselbar und einzigartig macht.

Wir haben jetzt die Greenwichpromenade erreicht. Greenwich, ein Stadtbezirk von London, ist seit 1966 Partnerbezirk von Reinickendorf.

Der Fußweg führt weiter bis über die Tegeler Hafenbrücke, auch Sechserbrücke genannt.

Doch das ist eine weitere Tegeler Sehenswürdigkeit, die wir vielleicht auf einem anderen Art Walk kennen lernen.

Wildgänse grüßen

Der Maler malt eigentlich mit dem Auge;
seine Kunst ist die Kunst, regelmäßig und schön zu sehen.

Novalis (1772 – 1801)

Wildgänse grüßenDie letzte Etappe unseres heutigen Art Walks vom Wedding nach Tegel beginnt.

Das Treiben wird reger. Wir kommen vorbei an Angel- und Segelvereinen sowie Yachtclubs.

Einige machen ihre Boote und Kähne schon winterfest. Die meisten aber nutzen das prächtige Wetter noch für einen Ausflug.

Selbst von der Kaimauer im Hafen kann man gut erkennen, dass das Wasser eine prima Qualität aufweist. Frisch-grüne Wasserpflanzen bieten kleineren Fischen Schutz vor Räubern.

Wenn doch nur unser Gartenteich die gleiche Sichttiefe hätte. Vielleicht sollten wir mal die Experten der Berliner Wasserwerke um Rat fragen!?

Die OWA, also die Oberflächenwasser-Aufbereitungsanlage, kurz: das Wasserwerk Tegel, befindet sich nur einen Steinwurf entfernt.

Wir folgen dem Uferweg Neheimer Straße und biegen ab in den Borsigdamm. Dort erweitert sich der See zum Borsighafen, dem Hafen der ehemaligen Borsig-Werke.

Hier steht seit 1956 der schlanke Borsigbogen von Gerhard Schultze-Seehof mit Bildmosaiken oberhalb der breiten Freitreppe, die vom Anfangspunkt der Greenwichpromenade bis hinunter an den See führt.

Doch wir haben noch nicht genug vom Tegeler See und nehmen den Fußweg, direkt am Ufer.

Dampferfahrt von Tegel

Alle Künste sind gut, ausgenommen die langweilige Kunst.

Voltaire (1694 – 1778)

Dampferfahrt von TegelJe weiter wir zum Zentrum nach Tegel kommen, desto mehr Fußgänger und Radfahrer treffen wir.

Es ist Mittagszeit. Viele haben sich wohl erst jetzt auf den Weg gemacht.

Die Zahl der kleineren und großen Ausflugsdampfer mit Platz für bis zu 200 Passagiere wird ebenfalls größer.

Sehr beliebt sind die einstündigen Fahrten von Tegel bis kurz vor Spandau und wieder zurück.

Aber auch die längeren Fahrten die Havel entlang erfreuen an einem solchen Tag die Herzen der vielen Ausflügler.

Auch unsere Blicke wandern immer mal wieder hinüber zu den gemütlich dahinziehenden Ausflugsschiffen, die sich den großen See mit zahlreichen Segel- und Motorbooten teilen.

Vielleicht erholen ja auch wir uns am Ende unserer Wanderung an Bord eines dieser Dampfer und erleben Teile unserer Strecke noch einmal vom Wasser aus.

Fast vier Stunden sind seit dem Beginn unseres heutigen Art Walks durch Wedding und Tegel bislang vergangen. Unsere Schrittzähler zeigen weit mehr als 20.000.

Doch das Bad im schon ziemlich kühlen Tegeler See hat uns und die müden Füße erfrischt. Unsere nach dem Bad noch feuchten T-Shirts sind auch bereits wieder trocken.

Zehntausend Schritte

Ich wähle bewusst den Hundeweg, ich bleibe Hund,
ich werde arm, ich werde Maler, ich will Mensch bleiben – in der Natur.

Vincent van Gogh (1853 – 1890)

Zehntausend SchritteIm Juli 2008 wurde von der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde das Projekt „10.000 Schritte im Land der Ideen – Kluge Köpfe laufen“ ins Leben gerufen.

Das Hauptziel des Projektes ist es, so viele Menschen wie möglich zu mehr Bewegung im Alltag zu motivieren und auf diesem Wege die Gesundheit und Fitness zu verbessern.

Erfolgreich fand im Mai 2009 die Auftaktveranstaltung des Projektes statt.

Inzwischen haben sich viele dieser Initiative angeschlossen. Auch immer mehr Firmen versuchen, auf diesem Wege die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu verbessern.

Traurige Wahrheit ist, dass 10.000 Schritte am Tag von den meisten Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern leider nicht erreicht werden.

Eine Sekretärin schafft durchschnittlich 2.000, ein Manager 3.000, ein Verkäufer 5.000 Schritte pro Tag. Nur ein Postbote kommt auf 15.000 Schritte.

Das Gehen von täglich 10.000 Schritten hilft, optimale Fitness und Gesundheit zu erreichen.

Doch manchmal fehlt einfach die Motivation, sich „nur“ aus Gesundheitsgründen mehr zu bewegen.

Ein Anreiz für mehr Bewegung ist, die Umgebung mit anderen Augen zu sehen und neu für sich zu entdecken.

Bootswandern?

Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass man Anstoß erregt.

Vincent van Gogh (1853 – 1890)

Bootswandern?Das Wandern erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Ob bei diesen statistischen Umfragen auch neue Formen wie „Autowandern“ oder „Bootswandern“ hinzugerechnet werden, kann ich nur vermuten.

Selbstverständlich können auch diese Formen des Wanderns gesund sein, zum Beispiel, wenn man paddelnd mit dem Kanu oder Kajak unterwegs ist oder das Auto stehen lässt, um zu wandern.

Fakt ist, dass nur Erholung ohne zuvor aktiv gewesen zu sein, für die Gesundheit nichts bringt.

Im Gegenteil. Heute wissen wir, dass ausreichend Bewegung für die Gesundheit des Menschen unerlässlich ist.

Denn evolutionstechnisch ist der Mensch nach wie vor noch eher Jäger und Sammler, als Sitztäter.

So sind sich Sportmediziner und Wissenschaftler einig darin, dass das Gehen von 10.000 Schritten am Tag ein gesundheitlich sinnvolles Maß für die täglich notwendige Ausdauerleistung darstellt.

10.000 Schritte am Tag verhindern Krankheiten, z.B. Übergewicht, Bluthochdruck, Altersdiabetes, Herzinfarkt, Osteoporose und Krebs.

Sie helfen aber auch, Rückenschmerzen und Depressionen zu heilen oder zu lindern.

Darüber hinaus gelingt das Abnehmen leichter, die Fitness wird verbessert und das Wohlbefinden gesteigert.

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