Facebook und Twitter

„Facebook: Die moderne Form des Poesiealbums, aber ohne Poesie.“
© Elmar Schenkel (*1953), Anglist, Autor, Übersetzer, Maler

Eines gleich vorweg: Ich bin kein großer Fan von sozialen Medien und Netzwerken. Das mag auch daran liegen, dass ich zu wenig Experte auf diesem Gebiet bin. Der „Social Media“ Krug ging zwar nicht komplett an mir vorüber. Tatsächlich habe ich eine geraume Zeit auf Twitter eifrig gezwitschert und bei Facebook durchaus einige Follower. So richtig schmecken wollte mir der Inhalt aber irgendwie nicht. Selbst als ich Facebook und Twitter mit automatisierten Plug-Ins über meine WordPress-Seiten oder über meine Künstler-Websites ohne großen Aufwand mit Infos beliefern konnte, sprang der Funken nicht auf mich über.
Zum einen mag das daran liegen, dass ich längst nicht alle Möglichkeiten der Social Media ausgeschöpft habe. Zum anderen lag mein fehlender Enthusiasmus für Facebook & Co aber auch in dem Faktor Zeit. Facebook und Twitter kosten Zeit. Für viele mag sich der Aufwand in Grenzen halten. Einige gaben mir sogar den Tipp, nur morgens einmal für eine halbe Stunde in den Account zu schauen, ggf. zu antworten und abends noch einmal das Gleiche. Ich für meinen Teil habe aber entschieden, diese Zeit lieber für andere Dinge zu nutzen.
Diese Entscheidung ist keinesfalls in Stein gemeißelt. Ich bin gern bereit, mich überzeugen zu lassen und meine Entscheidung zu überdenken, wenn sich die Voraussetzungen ändern.
Gleichwohl werden bei der Frage nach Marketingaktivitäten bezüglich einer Buch-Promotion nicht selten Facebook und Twitter genannt. Aufgrund fehlender Kenntnisse kann ich wenig darüber sagen, inwieweit Social Media zum Buch-Erfolg beitragen können. Also habe ich bei meinen Facebook- und Twitter-erfahrenen Autoren-Kollegen nachgefragt, ob und wie viele Nutzer der sozialen Medien das Buch wirklich kaufen. Das Ergebnis war eher ernüchternd. Kaum jemand. Bei einem Kollegen mit mehr als 700 Followern führte die Vorstellung des eigenen Buchs bei Facebook sowie eifriges Tweeten auf Twitter sogar zu nicht einem einzigen verkauften Exemplar. Zwar kann ich weder die Qualität seiner durchgeführten Promotion auf Facebook und Twitter beurteilen, noch sein Wissen über soziale Medien. Ich unterstelle aber mal, dass der Kollege über das nötige Know-how verfügt, zumal er ein sehr gefragter Buchautor und Journalist ist.
Also recherchierte ich im Internet und stieß auf ähnliche Einschätzungen. So wissen Autoren aus den USA zu berichten, dass die „Conversion Rate“ bei Buch-Promotionen auf Facebook & Co wohl im Promillebereich liegt. Unter dieser Umsatz- bzw. Umwandlungsrate versteht man, wie viele Besucher einer Website tatsächlich zu Käufern des beworbenen Produktes werden.
Demnach könnte man also Social Media im Buchmarketing zumindest bei Self-Publishern für überbewertet halten. Folglich sollte man seine kostbare Zeit lieber anderswo sinnvoller einsetzen.
Allerdings macht wenig Sinnvolles oft am meisten Spaß. Darüber hinaus ist direkter Kontakt zum Leser mit Sicherheit kein Nachteil. Vor allem, wenn es um die Frage geht, ob und wie das eigene Buch beim potenziellen Leser ankommt.

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